Entfernung zum ELCH: ca. 5 Fußminuten
Der Dom zu Havelberg gehört als gotisch umgebaute romanische Pfeilerbasilika zu den hervorragenden Kunstdenkmälern östlich der Elbe.
geschichtlicher Überblick: | 929: | für die Expansion der slawisch besiedelten ostelbischen Räume entstand ein Brückenkopf | ca. 948:
| Gründung des Missionssprengels Havelberg, Grundstein für den späteren Bistumshauptort | | 983: | durch den großen Slawenaufstand wurden der Bischofsitz und der Kirchenbau zerstört; Gebiet war für ca.150 Jahre wieder slawisch | | um 1150/51: | mit der Ansiedlung des Domstiftes begann der Neuaufbau des Domes und zeitgleich wurde ein Prämonstratenser – Chorherrenkonvent angesiedelt
| | 1170: | der romanische Dom wurde durch Erzbischof Wichmann von Magdeburg in Anwesenheit Albrecht des Bären geweiht
| | 1270/71: | die havelberger Bischöfe verlegten ihre Residenz nach Wittstock, das Domkapitel verblieb in den Domstiftsgebäuden der Oberstadt
| | 1279: | der romanische Dom wurde durch einen Brand zerstört; in der Folgezeit unter Verwendung der romanischen Bausubstanz im gotischen Stil wieder aufgebaut
| | 1330: | Weihe des Hochaltars und damit wesentlicher Abschluß des gotischen Umbaus
| | 1396: | Einbau des Lettner- Chorschranken Ensembles
| | 1412: | Burggraf Friedrich von Nürnberg , dem Begründer der Hohenzollern Dynastie in Brandenburg wird von den Bürgern und dem Rat Havelbergs gehuldigt
| | 1506: | Prämonstratenser Konvent wird in ein Kapitel von Weltgeistlichen umgewandelt
| | 1561: | Domkapitel wird evangelisch
| 17. Jh.:
| barocke Umgestaltung
| | 1819: | Enteignung der Stiftsgüter zu Gunsten des preußischen Fiskus; Auflösung des Domstiftes, Verwaltung der Stiftsgüter durch ein staatliches Domänenamt; evangelische Kirche nutzte Dom weiterhin als Gotteshaus
| Mitte 19. Jh.:
| Durchführung umfangreicher Renovierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich
| | 1996: | der Dom kommt in den Besitz der Domstiftung; eine kontinuierliche Baupflege setzt ein
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In den oberen Räumen befindet sich das Prignitzmuseum.
Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert entstand der mit reichen Figurenschmuck versehene Lettner, welcher als Hauptprogramm einen umfangreichen Passionszyklus zeigt. Der Lettner ist heute der kostbarste Schmuck, den der Dom besitzt. Es blieben auch Teile der mittelalterlichen Verglasung erhalten, wovon die ältesten Scheiben in den Jahren 1320-1330 hergestellt wurden. Weitere Scheiben stammen aus dem frühen 15.Jahrhundert und gegen 1470. Sie zeigen vor allem Szenen aus dem Christus- und Marienleben. Ergänzende Scheiben entstanden 1892/93.
Bei einem Besuch des Domes entdeckt man noch viele andere sehr schöne Ausstellungsstücke, wie der Renaissance-Taufstein von 1587/88, der monumentale Barockaltar von 1700 und die Scholze-Orgel von 1777. In den Kreuzgängen und im Dom direkt befinden sich außerdem 63 Sandsteingrabplatten aus dem 13. bis 18. Jahrhundert. |