"Ameisen" lassen ihre Namen im Wald

Drei Wochen lang haben die Teilnehmer des 17. Eurocamps des Landes Sachsen-Anhalt an verschiedenen Projekten in Havelberg gearbeitet : im Schulzentrum, im Verkehrsgarten, am Ufer der Havel, auf dem Gelände des Erlebnispädagogischen Centrums ( die Volksstimme berichtete ) und im Wald am Kinderheim " Julianenhof ". Heute, an ihrem letzten Arbeitstag, werden sie ihre dabei geschaffenen Ergebnisse an die Stadt übergeben.
Havelberg. Die Edding-Stifte machen die Runde. Auf der letzten Sitzbank, die die Projektgruppe von Pavla Belostikova ( Tschechien ) in einer neu geschaffenen Sitzecke an einem Wanderweg im Wald hinter dem " Julianenhof " aufgestellt hat, verewigen sich die 15 Jugendlichen, die hier in den letzten drei Wochen arbeiteten, mit ihren Namen. " Somit wird diese Bank für die Mitarbeiter und die Heimbewohner für lange Zeit eine schöne Erinnerung an die lustige Truppe bleiben ", freut sich die stellvertretende Leiterin des " Julianenhofes " Ingrid Querner.
Schließlich hatten sich die jungen Leute, die zwischen Island und Zypern zu Hause sind, nicht nur im Wald " versteckt ", sondern sich auch für die Einrichtung interessiert. An Tagen, an denen witterungsbedingt die Ausbesserung von Wegen unterbrochen werden musste, lernten sie das Heim und seine Insassen kennen. " Mit den Kindern haben sie zum Beispiel Waffeln gebacken, gebastelt und zwei Pferdefiguren auf dem Hof mit Papier und Farbe aufgepeppt ", ist zu erfahren. " Diese gemeinsamen Stunden mit den behinderten Kindern haben uns erst so richtig verdeutlicht, wofür wir die Arbeit hier machen ", sagt Pavel aus Tschechien. Er bedauert, " dass wir nicht ganz fertig geworden sind ". Die Regentage waren schuld daran.
Trotz dieser Umstände bescheinigt Ingrid Querner der Gruppe, dass sie " noch recht viel geschafft " habe. Und Pavla meint ebenfalls : " Wir waren fleißig wie die Waldameisen. " Aus diesem Grund gab sich ihr Team auch den bezeichnenden Namen Ameisengruppe.
Durch Forstarbeiten waren die alten Wanderwege stark in Mitleidenschaft gezogen, für Rollstuhlfahrer kaum noch nutzbar. Die Eurocamper brachten einen Teil dieser Wege wieder in Ordnung, unter anderem durch das Aufbringen einer Splittschicht. Außerdem stellten sie an verschiedenen Plätzen Sitzmöglichkeiten auf und brachten an Bäumen Nistkästen für Vögel an. Zusammen mit den Jugendlichen sorgten übrigens auch ABM-Kräfte der Stadt dafür, dass der unansehnliche Bereich wieder erlebbar wird. Sie räumten hier gründlich auf und arbeiteten eine über einen Graben führende Brücke so auf, dass sie wie neu aussieht.
" Schade, dass das Eurocamp nicht noch weitere drei Wochen geht ", macht Andri aus Island deutlich, dass er auch am unerledigten Teil des Weges gerne noch weitergearbeitet hätte. Schwer fällt den jungen Europäern zudem der Abschied von den Kindern im Heim. " Sie haben sich gegenseitig richtig ins Herz geschlossen ", spricht Ingrid Querner sowohl für die eine als auch für die andere Seite. Aus diesem Grund wurde gestern im " Julianenhof " auch der Grill angeworfen und in gemeinsamer Runde zu Mittag gegessen.