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Ferienlager 2012
Eltern genießen Zeit mit ihren Kindern
Tagesgruppen des Paritätischen leisten vor allem Elternarbeit
von Judith Kadow, Stendaler Volksstimme vom 27. Juni 2009

Den ganzen Tag Zeit für die eigenen Kinder haben, ohne Alltagsstress und Druck, gemeinsam mit ausgebildeten Pädagogen, die Tipps und Tricks in Sachen Erziehung und Elternarbeit geben: Das realisiert die sogenannte Tagesgruppe, eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe des Paritätischen Sozialwerks, in ihren Familiencamps.
Heinz Schuster aus Düsedau beispielsweise besuchte Anfang Mai ein solches Camp mit seinen Kindern Paul und Anna, unternahm mit ihnen eine Kanu- und Radtour, kochte gemeinsam mit ihnen, genoss die Zeit. „Zuhause lässt sich immer ein Grund vorschieben, nichts mit den Kindern zu machen. Es waren tolle drei Tage“, berichtet der Vater, dessen Kinder die Tagesgruppe in Osterburg besuchen.

„In diesem Jahr waren beide Tagesgruppen im ELCH in Havelberg“, erzählt Tagesgruppenleiterin Catrin Klajda. Die Gruppen fuhren getrennt mit drei bis vier Familien. „Vor Ort haben dann die Eltern Zeit für ihre Kinder und werden von zwei Pädagogen begleitet“, fügt sie hinzu. Das sind jene Pädagogen, die die Kinder auch wochentags im Stendaler und Osterburger Tagesgruppen-Haus betreuen. „Die Kinder kommen mittags und werden abends nach Hause gefahren.“ Neun Kinder werden derzeit in Stendal, acht in Osterburg betreut. „Im Moment sind die Kinder zwischen neun und Zehn Jahre alt und nicht länger als zwei Jahre bei uns“, sagt Klajda. Innerhalb der Tagesgruppen können sie spielen, Hausaufgaben machen, nehmen zusammen Mahlzeiten ein.
An der Stendaler Küchenwand hängt beispielsweise eine Aufgabentafel, auf der jedes Kind jeden Tag eine Aufgabe zu erfüllen hat. Allerdings geht, es dabei nicht um den Abwasch oder darum, den Müll herauszubringen. Beispielsweise sollen die Kinder versuchen, nicht zu schimpfen oder ihre Hausaufgaben zu machen. „Sie lernen hier auch voneinander und den Umgang miteinander.“ Doch der Mittelpunkt bilde, laut Klajda, die Elternarbeit. Bei gemeinsamen Frühstücken, Seminaren und Festen stehen die Betreuer den Eltern in Erziehungsfragen zur Seite, fördern deren Erfahrungsaustausch und helfen beim Bewältigen von Alltagssorgen.
Aus dieser Elternarbeit entstand auch die Idee zum Feriencamp. Die Stendaler Gruppe fuhr bereits sechsmal in Urlaubseinrichtungen in der näheren Umgebung. „Ich würde sofort wieder hinfahren“, sagt Bianca Zilkenat. Ihr Kind besucht die Osterburger Gruppe und gemeinsam waren sie im Mai beim Feriencamp dabei. „Es war toll. Ich habe mein Kind ganz anders erlebt, als sonst.“ Die Feriencamps finanziert die Einrichtung über Spenden und Pflegekosten, denn ein solcher Tagesgruppenplatz wird über das Jugendamt vergeben.
In diesem Jahr half der Tagesgruppe vor allem die Spende von Helga Paschke, die 300 Euro aus dem Soli-Fond der Linken für dieses Projekt geben konnte und bei einem Besuch in Stendal alle Abenteuer erfuhr, die die Familien im Camp erlebten.
 
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