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Piraten von der Abendstraße in Barleben entern Triftstraße in Wolmirstedt
Tischmanieren sind beim Seeräuber-Schmaus tabu
von Klaus Dalichow, Wolmirstedter Volksstimme vom 18. Juli 2009
 
Barleben. Piraten stehen insbesondere bei Jungs hoch im Kurs. Ein zünftiges Piratenfest wäre da doch genau das Richtige für die Sommerferien im Schulhort, dachten sich die Erzieherinnen Sandy Förster und Jeannette Reinhardt. Und so steuerten in dieser Woche bei den Hortkindern in Barleben alle Aktivitäten auf das große Piratenfest am gestrigen Freitag zu, wofür sich die Kinder standesgemäß mit Augenklappen (schwarzem Filz am Gummiband), Dreispitz (aus Pappe ausgeschnitten und bemalt) und alten Halstüchern als Kopfbedeckung ausgerüstet hatten. Mancher hatte auch sein altes T-Shirt mit Totenkopf, Schiff oder Anker bemalt. Faschingsschminke ließ in Windeseile Bartstoppeln, Schnauzer und buschige Augenbrauen wachsen…
Ein altes weißen Baumwollbettlacken aus Omas Aussteuer wurde in eine schwarze Piratenflagge verwandelt. Auch eine Schatztruhe wurde am Ende gehoben. Allerdings barg sie keine Goldstücke, sondern Schokoladentaler. Für die Piratenspiele im Freigelände des Bildungs- und Freizeitzentrums Wolmirstedt (es bot mehr Möglichkeiten als das Schulgelände in Barleben) wurden zwei Mannschaften eingeteilt. Ob die eine Crew von Kapitän Ahab und die andere von Kapitän Flint angeführt wurde, ist nicht überliefert.
Klar, dass das Mahl der wilden Seeräuber – die oft wochenlang auf dem Meer herumschipperten – nicht immer üppig ausfiel. In ganz schlechten Zeiten musste einfacher Schiffzwieback, Brotsuppe und ähnliche schmale Kost reichen. Aber auf einem Fest wie dem gestrigen wurde natürlich üppig aufgetafelt. Bratklops und Käsespieße, Brötchen mit Aufschnitt und sogar Tortenstücke – das war genau das Richtige für hungrige Piraten. Eigentlich konnten Frau Förster und Frau Reinhardt der hungrigen Meute anbieten, was sie wollten – Tischmanieren waren gestern tabu, denn die Seeräuber wohl eher unbekannt oder kann sich jemand einen Piraten vorstellen, der sein Mahl mit Messer und Gabel isst und gesittet am Tisch sitzen bleibt? Sicher nicht. Die Kinder hatten natürlich mächtig Spaß an solch einem „Schmaus“ ohne Tischmanieren. Und viel zu schnell fuhr dann der Linienbus nach Barleben zurück.
 
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