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Klasse 10 b von 1971 sah sich am Sonnabend in ihrer früheren Schule wieder
Erstes Klassentreffen nach 39 Jahren
Von Andrea Schröder, Havelberger Volksstimme vom 22. März 2010

Mit dem Foto der Klasse 10 b der Havelberger Stadtschule von 1971 hat die Volksstimme im September die neue Aktion " Meine Klasse von ... " eröffnet. Der einstige Mitschüler Lothar Krater sagte damals, dass er sich sehr über ein erstes Treffen freuen würde. Nach 39 Jahren war es am Sonnabend soweit.

Havelberg. Ein herzliches Hallo gab es am Sonnabend beim ersten Treffen der ehemaligen Schüler aus der Klasse 10 b der Havelberger Stadtschule nach Ende der Schulzeit vor dem heutigen Erlebnispädagogischen Centrum ELCH. Hier hatten sie einst Mathematik, Deutsch, Geschichte, Geographie und all die anderen Fächer. Hier verbrachten sie viele gemeinsame Stunden. Die Erinnerungen daran standen beim Klassentreffen nach 39 Jahren im Mittelpunkt.

Lothar Krater aus Nitzow und Jürgen Jerchel aus Havelberg, die zusammen mit Ingrid Mehlem das Treffen vorbereitet hatten, begrüßten ihre ehemaligen Klassenkameraden und ihre einstigen Lehrer Helga und Günter Botzon sowie Werner Besser vor der früheren Stadtschule. Viele sehen sich auch heute des Öfteren, denn die meisten wohnen in Havelberg und Umgebung. Manche hat es ins nahe Brandenburgische gezogen oder in die Altmark. Den weitesten Weg hatte Christa Fietz ( geborene Quad ), die mit dem Flieger von München nach Berlin und von dort nach Havelberg gekommen war. Wegen der Lehrstellensuche für ihre Tochter brach sie vor neun Jahren hier alle Zelte ab und zog nach München. " Du hast immer Sehnsucht nach der Heimat. "

Die gelernte Verkäuferin arbeitete zunächst als Bäckereiverkäuferin, mittlerweile ist sie seit sechs Jahren in der Altenpflege tätig. Auch wenn es ihr in München gut geht und ihre Tochter nach Ausbildungsende auch einen guten Job dort fand, sagt Christa Fietz : " Du hast immer Sehnsucht nach der Heimat. " Hier leben ihre Mutti und ihr Sohn. Und ihr bester Freund aus Schultagen, Wolfgang Pfeiffer. Beide haben über die Jahre den Kontakt gehalten. " Ich war eine lebhafte Schülerin, die viel mit den Jungs unternommen hat ", denkt Christa Fietz gern an die Schulzeit zurück. Sie hätten es damals leichter gehabt als die heutige Jugend. Der Druck sei heute stärker, der Stress größer. Früher sei aus jedem was geworden, es gab nicht solche Probleme bei der Lehrstellensuche wie heute.

Der Havelberger Wolfgang Pfeiffer, der als Lkw-Fahrer in ganz Deutschland unterwegs ist, denkt gern an die Zeit zurück, als sich die Freunde nach der Schule mit dem Kofferradio auf dem Arm nachmittags getroffen haben. Für die Kinder- und Jugendzeit sei Havelberg ideal gewesen mit so viel Wasser ringsherum und Möglichkeiten zum Angeln und Herumtollen.

Von den einst 30 Mitschülern kam am Sonnabend etwa die Hälfte zum Treffen. Schnell fanden sich die Frauen und Männer zusammen, plauderten über Aktuelles und Vergangenes. Irgendwie habe wohl jeder darauf gewartet, dass einer die Initiative für ein Klassentreffen ergreift. Nach so vielen Jahren nach der Schulzeit war die Freude nun umso größer und alle waren froh, dass sich drei Organisatoren gefunden und die Vorbereitung in ihre Hände genommen haben.

So zum Beispiel Monika Boldt und Carmen Fringel, auch wenn sich ihre Wege nie trennten. " Wir sind zehn Jahre zusammen zur Schule gegangen, haben unsere Ausbildung gemeinsam gemacht, haben im Kinderheim gearbeitet und arbeiten heute als Erzieherinnen in der Kita, Regenbogen ‘", berichtet Monika Boldt. Einen Unterschied gibt es : Sie darf von der Vorruhestandsregelung Gebrauch machen, Carmen Fringel nicht, obwohl sie altersmäßig nur wenige Monate trennen. Die eine ist 1954 geboren, die andere 1955.

" Wir arbeiten heute als Erzieherinnen zusammen. "

Jürgen Jerchel berichtete, dass die Vorbereitung des Treffens relativ einfach war. Anhand des in der Volksstimme veröffentlichten Bildes waren schnell alle Namen wieder da. Sechs Mitschüler sind leider schon verstorben. Etliche der ehemaligen Klassenkameraden wohnen noch hier oder der Kontakt entstand über ihre Eltern. Er selbst erinnert sich vor allem auch daran, dass er während der Schulzeit ein Pechvogel war. Oft habe er sich kurz vor den Sommerferien einen Arm gebrochen.

Klassenlehrer Günter Botzon fiel als Erstes die Abschlussfahrt der Zehntklässler nach Beichlingen ein. Die Klasse 10 b sei eine ganz normale Klasse mit guten und weniger guten und artigen und frechen Schülern gewesen, erinnert sich Werner Besser, der Deutsch und Geschichte unterrichtete.

Gemeinsam schauten sich die früheren Klassenkameraden am Sonnabend in ihrer früheren Schule um. Christiane Krater führte durch die Räume. Im Schulmuseum des ELCH wurde so manche Erinnerung wach. Der ehemalige Kunstlehrer Herbert Stertz übernahm die Führung durch den Dom. Beim Kaffeetrinken und abendlichen Beisammensein in Havelberger Gaststätten wurden weitere Erinnerungen ausgetauscht. Ein nächstes Treffen soll es schon im kommenden Jahr geben, wenn sich der Schulabschluss zum 40. Mal jährt.

Wenn auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, Kontakt zu ehemaligen Mitschülern und Lehrern suchen, können Sie weiterhin die Volksstimme-Aktion " Meine Klasse von ... " nutzen. Nähere Informationen gibt es im Internet unter :

www. volksstimme. de / klassenfoto
 
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