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Projekt der Jugendbildungsstätte Peseckendorf mit Förderschulen der Region
"Lernen macht Laune" – auch nach der Schule?
Oscherslebener Volksstimme vom 11. Juni 2010

Hochseilgarten in Peseckendorf 
 "Lernen macht Laune" – dazu gehört auch das Überwinden des Hochseilgartens in der Jugendbildungsstätte Peseckendorf. Foto: Y. Heyer 
Peseckendorf / Klein Oschersleben (yhe). "Lernen macht Laune"- so lautet ein Projekt, welches die Jugendbildungsstätte Peseckendorf speziell für Förderschulen der Region ins Leben gerufen hat. Gefördert wird das Projekt von "die Gesellschafter"

Im Oktober des vergangenen Jahres war der Auftakt. Höhepunkt war vor einigen Wochen eine Podiumsdiskussion, die anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung mit 50 Schülern aus der Schule An der Bode Klein Oschersleben, der Bördeland-Schule Hornhausen und der Gerhard Schöne Schule Wolmirstedt in der Landesjugendbildungsstätte Peseckendorf stattfand.

Gestern waren Schüler der 7. und 8. Klasse der Förderschule An der Bode Klein Oschersleben nochmal in die Jugendbildungsstätte gekommen, zogen das Resümee des Projektes. Gemäß dem Thema "Lernen macht Laune" mobilisierten die Jungen und Mädchen die eigenen Ressourcen und bewältigten beispielsweise den Hochseilgarten. Hier gehört schon eine Menge Mut und Überwindung dazu, hoch hinaus zu steigen.
Eine andere Gruppe wiederum diskutierte noch einmal zum Thema "Lernen macht Laune" und wertete gemeinsam mit Renate Kriegel, der Leiterin des Projektes, und Klassenlehrerin Annegret Scheinhardt die Podiumsdiskussion aus. Und dabei fielen auch sehr kritische Worte und vor allem die Schüler haben das Gefühl, dass die Politik und auch verschiedene Behörden nicht verstanden haben, dass gerade Abgänger von Förderschulen nach Verlassen der Schule doch sehr im Stich gelassen werden. "Für unsere Schüler gilt sehr wohl: Lernen macht Laune. Wir fördern sie, bringen sie auf dem Weg ins Leben voran. Doch mit Verlassen der Schule erfolgt der Bruch. Der Förderbedarf, den unsere Kinder haben und deshalb auch eine Förderschule besuchen, müsste sich mit der Lehrausbildung fortsetzen. Das ist aber nicht der Fall", berichtet Annegret Scheinhardt.

Schülerin Sara Hassel
 
Schülerin Sara Hassel
 
"Wir wollen nicht als Hartz-IV-Empfänger abgestempelt werden. Wir wollen auch einen Beruf lernen und unseren Platz im Leben finden", meint Schülerin Sara Hassel. Auch sie machte gestern deutlich, dass sie nicht den Eindruck hatte, bei den Politikern sei das Problem der Förderschüler wirklich angekommen.

In der Diskussion wurde auch deutlich, dass ein praxisorientierteres Lernen, um Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen, nötig wäre.
 
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