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3. Mädchencamp in Peseckendorf
Frage: Karriereleister ist weiblich?
Oscherslebener Volksstimme vom 20. Juli 2010

Peseckendorf (yhe). Das dritte Mädchenprojekt der Landesjugendbildungsstätte in Peseckendorf ist zu Ende gegangen. Insgesamt 22 Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren ausganz Sachsen-Anhalt haben sich mit der "weiblichen Karriereleiter" beschäftigt und Argumente für diese Behauptung gesammelt. Linda Schilling, Marion Pikut, Sandra Teichner, Anne Gatzemeier und Diana Pollner aus Magdeburg, die bisher an allen drei Mädchenprojekten teilgenommen haben, suchten sich ein besonders großes Vorbild aus. Es war keine geringere als unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn, so argumentierten die Mädchen, Frau Merkel war schließlich auch mal ein Mädchen und wurde dann eine Frau und dann ging es bei ihr die Karriereleiter steil hinauf.

Angela Merkel zeigt, dass Frauen sich durchsetzen können

Angela Merkel zeigt, dass Frauen sich durchsetzen können. Als Politikerin hat sie sich mit ihrem weiblichen Denken behauptet. Sie zeigt, dass Frauen Verantwortung übernehmen können und dass "man" sich auf sie verlassen kann. So gesehen, ist die Karriereleiter weiblich.

Die Mädchen aus Stendal, Gardelegen, Halle, Wanzleben und Groß Börnecke stehen auf der Karriereleiter noch nicht so weit oben. Vielen von ihnen denken, dass Backen, Kochen und Waschen typisch weibliche Pflichten sind.

Dazu kommen noch Kindererziehung und ein Job. Andere meinen, dass Frauen Multitasking fähig sind, das heißt, dass sie viele Sachen zur gleichen Zeit erledigen können. Samanta Herrmann, Sylvia Dietz und Jana Dietz meinen, dass Frauen zufassen können, geschickt und motiviert sind. Frauen planen ihren Tagesablauf und sogar ihr ganzes Leben. Fast alle Muttis bringen Haushalt, Kindererziehung und Job unter einen Hut. Frauen setzen sich im beruflichen Leben durch.

Traut euch etwas, seid aktiv, stellt euch in die 1. Reihe

Sie geben nicht auf, wenn auf die ersten Bewerbungen Absagen folgen. Sie ergreifen immer wieder die Initiative. Trotzdem, so haben die Mädchen nach einer Recherche festgestellt, sind Frauen im Arbeitsleben benachteiligt, denn sie erhalten weniger Lohn und haben nicht so oft eine Führungsposition in der Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Die Mädchen vom Mädchenprojekt "Die Karriereleiter ist weiblich" glauben, dass sie eine hohe Karriereleiter erklimmen werden. "Schon jetzt tun sie einiges für ihr Selbstwertgefühl. Der Selbstverteidigungskurs, das Einstudieren einer Choreographie im Breakdance, das Erklimmen des Baumes und der Himmelsleiter haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Auch diesen Zeitungsartikel haben sie mit verfasst.", berichtet Renate Kriegel von der Landesjugendbildungsstätte in Peseckendorf, die das Mädchencamp vorbereitet und geleitet hat.

Die Mädchen vom Mädchenprojekt möchten allen anderen Mädchen sagen: "Traut euch etwas, seid aktiv und stellt euch freiwillig in die erste Reihe, denn wer sich wehrt, endet am Herd."
 
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